Bei den heutigen Protesten der Landwirte in der Landeshauptstadt Wiesbaden sprach der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Michael Boddenberg zu den Demonstrationsteilnehmern:

„Wir als CDU begrüßen, dass sich die Landwirte in diesen Tagen mit ihren friedlichen Demonstrationen Gehör für ihre Anliegen verschaffen. Die Bauern übernehmen an wichtiger Stelle Verantwortung für unser Land und für uns alle. Und sie haben deshalb ein Recht auf unser Vertrauen, ein Recht auf Respekt und ein Recht auf Achtung ihres Eigentums.

Die CDU hat sich kürzlich auf ihrem Bundesparteitag klar zur Zukunft mit der heimischen Landwirtschaft bekannt. Wir stehen zur Landwirtschaft und achten ihre Leistungen. Dazu wollen wir den Unternehmergeist unterstützen und faire Rahmenbedingungen vor allem für die Planungssicherheit der jungen Generation der Landwirte anbieten - damit wir auch zukünftig in Deutschland und in Hessen die modernste, umweltfreundlichste und beste landwirtschaftliche Produktion haben.

Bauernhöfe sind Wirtschaftsbetriebe. Unsere Landwirte brauchen deshalb Verlässlichkeit und einen fairen Rahmen. Dabei ist unsere Gesellschaft gefordert, sich klar zu bekennen: Welche Tierhaltung wollen wir in Zukunft und was sind wir dafür zu zahlen bereit? Unsere Gesellschaft muss die Leistungen der Landwirte stärker anerkennen und gemeinsam mit dem Berufsstand nach praxistauglichen, tragfähigen und gesamtgesellschaftlichen Lösungen für die bestehenden Herausforderungen suchen. Ohne die Unterstützung und die Kooperation der Bauern können wir wichtige Ziele nicht erreichen. Sie leisten bereits sehr viel für den Umweltschutz und sind bereit, auch noch mehr zu tun, wenn es sinnvoll und praktikabel ist.

Für uns steht fest: Echter Klimaschutz ist ohne die heimische Landwirtschaft nicht denkbar, weil die Felder Kohlenstoff binden und regionale Produkte Transportwege reduzieren. Dennoch müssen der Ausstoß von Lachgas und Methan aus der Landwirtschaft weiter reduziert werden. Die Landwirtschaft hat sich hier freiwillig ambitionierte Ziele gesetzt und Maßnahmen zur Umsetzung gebracht. Auch besteht ein ernsthaftes Problem im Hinblick auf Artenvielfalt und vor allem im Hinblick auf die Insektenpopulationen. Die Bäuerinnen und Bauern wissen, dass wir diese Aufgabe ohne sie als größten Landbewirtschafter nicht meistern können. Denn es ist unser gemeinsames Interesse, dass wir eine vielfältige Naturlandschaft erhalten. Niemand braucht bestäubende Insekten mehr als die Landwirte.

Und ganz zentral ist für uns: Es geht nur gemeinsam, mit den Bauern – nicht gegen sie.“

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